Runde Tische

Ich sitze im Zug auf dem Weg in eine Kinder- und Jugendpsychiatrie. Nach meinem Anerkennungsjahr im Jugenamt wurde ich dort nahtlos übernommen und bin jetzt richtig echte Bezirkssozialarbeiterin.

Immer mal wieder kommt es vor, dass ich zu sogenannten Runden Tischen, diemeistens eh eckig sind, eingeladen werde.  Eckig sind da oft nicht nur die Möbelstücke. Ich meine das genauso symbolisch, wie ja schon das „rund“ ein Symbol ist.

Wiki sagt:

Ein Runder Tisch wird oft eingesetzt als symbolische Sitzordnung einer Konferenz zur Bewältigung von Krisen, in der Vertreter verschiedener Institutionen gleichberechtigt, d. h. ohne Hierarchiestufen oder Vorsitzenden, einen von allen Seiten anerkannten Kompromiss finden wollen.

Heute also ein runder Tisch für einen Jugendlichen der zur Zeit in der Kinder- und Jugenpsychiatrie ist.Und ich bezweifle irgendwie, dass dieser Tisch auch nur ansatzweise  rund wird. Vermutlich für keinen. Hierarchiestrukturen die einfach nunmal vorhanden sind lassen sich nicht von jetzt auf gleich ausblenden. Der junge  wird wohl keine Sekunde vergessn, dass diese Erwachsenen (therapeut_innen, Ärzt_innen…und ich) irgendwie über seine Zukundt reden.  Letztlich zählt sein Wort kaum. Und auch meins sicher weniger als das der Therapeutin die die Diagnose gestell hat.

Ich mag „runde“ Tische nicht.

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